Passionsspiele
Startseite
Bilder
Spendenübergabe
Unsere Partner
 

Die Neumarkter Passionsspiele 2009

 
     
 

Nach der letzten Vorstellung der Neumarkter Passionsspiele von 1999, die wie die 18 vorherigen völlig ausverkauft war, hatten sich die Mitwirkenden vorgenommen,   die  Spiele zehn Jahre später erneut zu realisieren. Der damals gewachsene Gemeinschaftsgeist hielt in den Jahren danach die 400 Mitwirkenden so gut zusammen, dass die Wiederaufführung der Passionsspiele in der Zeit vom 28. Februar  bis 10. April 2009 gewagt werden kann.

Damit erhalten die Spiele den angestrebten festen Zehnjahres-Rhythmus, der schon für die Neumarkter Passionsspiele des 17. und 18. Jahrhunderts gegolten hatte.

Damals hatte der Kapuzinerorden im Rahmen der Rekatholisierung der Oberpfalz in Neumarkt die Menschen u.a. mit geistlichen Spielen für den alten Glauben zurückgewonnen. In der Zeit der Aufklärung aber durften die Neumarkter Bürger ihr geliebtes Passionsspiel nicht mehr aufführen. 1793 fand das letzte Passionsspiel in Neumarkt statt. Der Text des Spiels ging danach verloren.

1901 erst kamen in Neumarkt wieder genügend Bereitwillige zusammen, es waren zumeist Mitglieder des Katholischen Gesellenvereins, des Vorgängers der heutigen Kolpingsfamilie, die mehrmals Szenen der Leidensgeschichte Jesu in Art eines Singspiels aufführten.
Nach dem 1. Weltkrieg  waren es erneut Angehörige des Katholischen Gesellenvereins, die in Erinnerung an die Spiele von 1901 in Neumarkt Passionsspiele aufführen wollten. Ihr damaliger Präses Katechet German Mayr schrieb 1922 auf ihre Bitten hin den Text für ein neues  Neumarkter Passionsspiel und führte bei den 23 gut besuchten Aufführungen auch Regie. Der Plan,  die Spiele nach fünf Jahren zu wiederholen, konnte jedoch infolge der Zeitumstande nicht verwirklicht werden.

Erst viele Jahre später, 1959  bzw. 1964, führte die Kolpingsfamilie Neumarkt German Mayrs Passionsspiel erneut auf. Wieder dauerte es zwanzig Jahre, bis 1984 und noch einmal 1989 die  Passionsspiele unter der Regie von Josef Meier verwirklicht wurden. Der damalige Stadtpfarrer Kaspar Hirschbeck überarbeitete für die Spiele von 1984  Mayrs ursprünglichen Text, wobei er alle wesentlichen Aussagen des II. Vatikanischen Konzils berücksichtigte.

Für 1999 unterzog Studiendirektor Hans G. Hirn das Spiel einer gründlichen Neubearbeitung: unter Einbeziehung neuester historischer und theologischer Erkenntnisse stellte er den Text von G. Mayr sprachlich und inhaltlich zum Teil wieder her, zum Teil ergänzte und erweiterte er diesen, wobei er einige Szenen teilweise oder völlig neu schrieb.

Aus dem Erlebnis der Spiele von 1999  entschloss sich Hans G. Hirn, den Text für die Spiele von 2009 erneut zu überarbeiten.
Das erste Treffen für die Passionsspiele 2009, die wie alle Spiele vorher nur von ehrenamtlich tätigen Laien gestaltet werden, hatte einen riesigen Zulauf. Franz Nüßlein, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Neumarkt, Gerhard Hein, der Regisseur der Spiele von 1999 und 2009, sowie Stadtpfarrer Norbert Winner, der geistliche Beirat, sind daher optimistisch, dass die Spiele 2009 dank der Einsatzfreude, des Zusammenhalts und der rechten inneren Einstellung aller Mitwirkenden zu einem großen religiösen Erlebnis werden.  

 
     
 
 


Apostel Judas